Ich habe doch Ja gesagt. Warum beschäftigt es mich trotzdem?
Prozessorientiertes Coaching – Gesprächspartnerin. Meine Mitmenschen und Klienten sagen: ‚Ich mache bewusst, was sich zeigen möchte.‘
„Natürlich. Das kann ich übernehmen.“
Der Satz ist schnell gesagt. Vielleicht bittet jemand Sie um etwas, weil Sie zuverlässig sind. Weil Sie sich auskennen. Weil Sie schon öfter eingesprungen sind.
Es ist nichts Dramatisches. Eigentlich nicht einmal der Rede wert.
Sie haben Ja gesagt. Die Sache ist geklärt.
Und trotzdem taucht der Moment später noch einmal auf.
Vielleicht beim Kaffee am Nachmittag. Beim Spaziergang. Oder abends, als Sie eigentlich längst mit etwas anderem beschäftigt sind.
Nicht als großes Problem. Eher als leiser Gedanke:
Warum habe ich eigentlich so schnell zugesagt?
Ein Ja, das sehr vertraut klingt
Vielleicht kennen Sie solche Situationen aus Ihrem früheren Leben.
Jemand brauchte Unterstützung, und Sie waren da. Eine Aufgabe musste erledigt werden, und Sie wussten, wie es geht. Andere zögerten vielleicht noch, während Sie längst begonnen hatten, nach einer Lösung zu suchen.
Das konnte eine Stärke sein. Vielleicht war es sogar über viele Jahre ein wichtiger Teil Ihrer Verantwortung.
„Das bekomme ich schon hin.“
„Dann mache ich es eben.“
„Bevor es kompliziert wird, kümmere ich mich darum.“
Solche Sätze entstehen nicht aus dem Nichts. Sie können zu einem Leben gehört haben, in dem Verlässlichkeit, Verantwortung und das Einstehen für andere wichtig waren.
Und möglicherweise sind Ihnen genau diese Werte bis heute wichtig.
Nur die Situation ist heute eine andere.
Sie leben inzwischen in Andalusien. Vieles, was einmal selbstverständlich zu Ihrem Alltag gehörte, haben Sie bewusst hinter sich gelassen. Vielleicht auch bestimmte Verpflichtungen, Erwartungen oder Rollen, die Sie nicht mehr in derselben Weise übernehmen wollten.
Gerade deshalb kann es irritieren, wenn plötzlich ein Satz aus dem früheren Leben wieder ganz selbstverständlich da ist.
„Natürlich. Das kann ich übernehmen.“
Nicht weil mit diesem Satz etwas nicht stimmt.
Sondern weil Sie vielleicht erst später merken, dass Sie gar nicht geprüft haben, ob Sie es heute wirklich noch möchten.
Passt dieses Ja heute noch zu mir?
Vielleicht liegt genau darin der interessante Punkt.
Nicht darin, ob Sie künftig häufiger Nein sagen sollten.
Auch nicht darin, ob Sie sich stärker abgrenzen müssten.
Die Frage ist viel schlichter:
Passt dieses Ja heute noch zu mir?
Manchmal lautet die Antwort eindeutig Ja.
Sie möchten etwas übernehmen. Es ist Ihnen wichtig. Sie tun es gern und würden sich wieder genauso entscheiden.
Dann gibt es nichts zu korrigieren.
Aber vielleicht merken Sie beim genaueren Hinsehen auch etwas anderes.
Dass die Antwort sehr schnell kam.
Dass ein vertrauter Satz früher da war als die Frage, was Sie selbst eigentlich wollten.
Oder dass Sie heute viel freier entscheiden könnten, als es sich in diesem ersten Moment angefühlt hat.
Das ist ein Unterschied.
Und diesen Unterschied muss niemand von außen für Sie bewerten.
Manche Gewohnheiten reisen einfach mit
Ein neuer Lebensmittelpunkt verändert vieles.
Die Umgebung ist eine andere. Der Tagesrhythmus verändert sich. Manche Verpflichtungen fallen weg. Andere Menschen kommen hinzu. Dinge, die früher den Alltag bestimmt haben, spielen vielleicht kaum noch eine Rolle.
Und trotzdem beginnt ein neues Leben nicht auf einem leeren Blatt.
Wir nehmen Erfahrung mit.
Unsere Art, Verantwortung zu übernehmen.
Unsere Vorstellungen davon, was sich gehört.
Unsere Sätze.
Vielleicht auch ein sehr eingeübtes Gefühl dafür, wann man gebraucht wird und wann man selbstverständlich einspringt.
Vieles davon ist wertvoll.
Erst in einer konkreten Situation zeigt sich manchmal, ob etwas, das früher gut zu einem passte, heute noch genauso gelten soll.
Das kann ein überraschender Moment sein.
Gerade weil man vielleicht dachte, diesen Teil des eigenen Lebens längst hinter sich gelassen zu haben.
Es muss daraus noch keine Entscheidung entstehen
Vielleicht fällt Ihnen beim Lesen gerade eine solche Situation ein.
Ein Ja, das sehr schnell kam.
Eine Zusage, über die Sie später noch einmal nachgedacht haben.
Oder ein Satz, den Sie von sich seit Jahrzehnten kennen.
Dann müssen Sie daraus im Moment nichts machen.
Sie müssen die Zusage nicht zurücknehmen. Sie müssen niemandem etwas erklären. Und Sie müssen auch nicht sofort entscheiden, was Sie beim nächsten Mal anders machen möchten.
Vielleicht reicht zunächst die Beobachtung:
Diesen Satz kenne ich. Aber ich möchte noch einmal schauen, ob er heute noch meiner ist.
Genau dort kann Klarheit beginnen.
Nicht mit einer fertigen Antwort.
Sondern mit der Möglichkeit, zwischen dem zu unterscheiden, was einmal selbstverständlich war, und dem, was Sie heute selbst wählen möchten.
Manchmal zeigt sich dabei, dass beides noch immer zusammenpasst.
Manchmal nicht.
Und manchmal braucht es ein wenig Zeit, bevor überhaupt deutlich wird, worum es in der Situation eigentlich geht.
Lassen Sie uns ins Gespräch kommen
Per WhatsApp Video. Ich rufe Sie an.
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Alles Weitere schauen wir gemeinsam Schritt für Schritt an.
Ihre
Ramona Kramp
Aus meinem Online-Büro in Andalusien
Hinweis zur Bildnutzung & Transparenz bei KI-Inhalten meinen Artikeln verwende ich in Zusammenarbeit und persönlicher Anweisung, zum Teil KI-generierte oder bearbeitete Bilder.



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